18.11.2015, 16:28 Uhr

Liebe Frau Ostertag,
bezogen auf unser Telefonat wegen der wunderbaren Ganymed Krücken der alten Generation, die ich seit fünf Jahren benutzen muss/darf, schreibe ich Ihnen jetzt wegen meiner Frage bezüglich eines Rollators der hoffentlich bewährten Genialität, die ihre Krücken so besonders gemacht hat.
Ich wünsche mir so sehr, dass ein Rollator erfunden wird, der noch andere sinnvolle Dinge kann und dadurch ein wenig von meist leidvollen hintergrund ablenkt. Der vielleicht farbenfroher ist als die gängigen, der irgendwas ausgefallenes an sich hat, der von seiner coolen Optik besticht. Kurzum einer, der den Blick auf sich lenkt und nicht auf die Behinderung. Ich weiß, es ist ein frommer Wunsch...
Bei meinen Ganymed Krücken passiert mir da auch heute noch oft, dass ich über diese, von den Menschen als 'toll' empfundenen Gehhilfen ins Gespräch komme und dabei nicht als die Behinderte wahrgenommen werde, sondern als die mit den tollen Krücken.
Da Sie diese Krücken entwickelt haben, bin ich sehr voller Zuversicht, dass es Ihnen gelingt, einen coolen Rollator zu kreieren.
Viele ältere Menschen haben einen Rollator in mausgrau an dem aber wenigstens einem Einkaufswagen zur Tarnung ist.
Da war er schon mal, der Gedanke, mit was sinnvollem was jeder 'normale' Mensch kennt, davon abzulenken, dass da einer angewiesen und gezwungen ist...
Aber was ist mit jüngeren Menschen? Ein Kinderwagen würde nicht als Gehhilfe auffallen weil die Gesellschaft Kinderwagen wegen ihrer bekannten Notwendikeit als normal empfindet.
Da aber jüngere, vielleicht verunfallte Menschen nicht ewig mit einem Kinderwagen rumrennen können um wenigstens den Anschein von 'normal' zu machen, wäre es an der Zeit mal was cooles, überall anerkanntes zu erfinden, was dennoch den Zweck der Gehhilfe erfüllt. Würden zum Beispiel Menschen mit einem Gehwagen rumlaufen, auf dem Ipad, Handy, Laptop o.ä. gemütlich durch die Gegend gefahren werden können, würde das in unserer medilen Welt sicher nicht gleich als behindertes Mobil abgestempelt. Mit anderen Worten, die sowieso schon eingeschränkten werden durch Normalität entlastet.
Ich wünsche Ihnen eine Idee für einen Rollator, die noch keiner hatte, eine gute Zeit und mir vielleicht nochmal ein Telefonat mit Ihnen... und ich würde mir wünschen, dass die Leser meines Eintrags mal schreiben, ob meine Gedanken nchvollziehbar und wünschenswert sind. Herzliche Grüße
Ilona Krenz.